schloss Oggersheim



übersicht

Kurze Baugeschichte

1720-1729 Kleines Sommerschloss

(9 Jahre)

1720 begann Joseph Karl Emanuel von Sulzbach, Erbprinz der Kurpfalz (1694-1729), in Oggersheim mit dem Bau des kleinen Sommerschlösschens. Es enstanden zwei einstöckige Gebäude (Pavillons) an der Mannheimer Straße mit einer Verbindungsmauer und einem Garten. Um 1728 kam eine dritter Pavillon und ein Turm hinzu.


1729-1751 im Dornröschenschlaf

(22 Jahre)

Als Joseph Karl mit 35 Jahren verstarb, verwaiste das Schloss und der Garten über 20 Jahre hin. Um die Schulden des verstorbenen Erbprinzen zu decken, wurde die Einrichtung des Schlosses 1730 versteigert.


 

 

1751-1767 Großer Ausbau mit Anlagen (16 Jahre)

1751 kaufte nun Pfalzgraf Friedrich Michael von Zweibrücken (1724-1767) das Schlösschen und baute die kleine Residenz zu einem großen mehrgeschoßigen Schloss mit einer erweiteren Schlossanlage mit einem großen Schlossgarten, einer Orangerie, einem Badehaus, einer neuen Chinoise, einem großen Wasserbecken und einem mit Booten beschiffbarem Kanal und einer Menagerie aus. Als Architekt war Nicolas de Pigage tätig.


1768-1794 Ausbau, Schlosskirche

(27 Jahre)

Kürfürstin Elisabeth Auguste (1721-1794), die Ehefrau von Kurfürst Karl Theodor, erhielt das Schloss von dem Kurürst geschenkt. Er hatte das Schloss mit seinen Anlagen vom Schlosserben Karl August von Pfalz-Zweibrücken gekauft. Elisabeth Auguste bezog Schloss Oggersheim sogleich als Sommersitz. Die Ehe mit dem Kurfürsten war zerrüttet und so wohnte die Kürfürstin seit 1781, so lange es die warmen des Jahres zuließen, in ihrem Schloss. Sobald die Temperaturen winterlich wurden, wich Elisabeth Auguste aber vermutlich auf das besser beheizbare Schloss Mannheim aus.  Elisabeth Augustes Bauleistungen bestanden im Ausbau des Winterbaus des Schlosses. Die kleine Loretokapelle integrierte sie mit der Wallfahrtskirche als einer monumentalen Überbauung.


1794 Das Ende

Die Schlossherrin floh 1793 vor der Französischen Armee nach Weinheim und starb dort Mitte 1794. Das Schloss wurde 1794 infolge der Einquartierung französischer Soldaten und der Verwüstung durch die deutsche Kaiserliche Armee zerstört und nicht wieder aufgebaut. (fs)

REkonstruktionen




Fiktion

So könnte das Schloss im heutigen Umfeld aussehen. Über die äußere Gestalt des Hauptbaues des Schlosses ist kaum etwas bekannt. Grundlage der Rekonstruktion ist die Abbildung auf einem Stich des Winterbaus und Karl Lochners Dissertation, die seinen Forschungsstand aus 1920er bis 1940er Jahren abbilden.