III. Bauphase (1926 - 1927)

 

Im Herbst 1925 erfolgte eine Ortsbesichtigung in Oggersheim durch eine Kommission des  Bayerischen Landtages, um die krasse Wohnungsnot in Augenschein zu nehmen. Sofort wurden Sondermittel bereitgestellt, die nun dem alleinigen Träger dem Bezirkswohnungsverband Ludwigshafen Land, zu kamen. Der erste Baublock mit 16 Häusern wurde von Regierungswohnungsrat Lang, Speyer, entworfen (Hölderlinstraße 25-31, ungerade Nummern, und Mörikestraße 2) und von dem für den Bezirkswohnungsverband gewonnenen Ludwigshafener Privatarchitekten Karl Tressel im März 1926 durchgeplant. Daneben einstanden noch 2 Doppelhäuser nach Plänen von Otto Schittenhelm (Hölderlinstraße 23/ Mörikestraße 1, 1926) und Willy Kullmann (Adolf-Diesterweg-Straße 47/49, für Schwerkriegsbeschädigte, 1926-27), außerdem Adolf-Diesterweg-Straße 38, ebenfalls nach Plänen Tressels.

Hölderlinstraße 25 – 53 (vormals Goethestraße)

 

Geschlossene Häuserzeile auf der Westseite der Hölderlinstraße, alle Häuser mit schmalen Vorgärtchen von der Straße abgerückt und hinten mit Garten.

Erster vollständig durch den Bezirkswohnungsverband Ludwigshafen Land ausgeführter Baublock der Gartenstadtkolonie, wohl schon Ende 1925 durch Regierungswohnungsbaurat Lang, Speyer, entworfen und bis März 1926 durch Karl Tressel, Ludwigshafen, durchgeplant.

Die Zeile besteht aus 14 anderthalb- und zweigeschossigen Häusern, letztere symmetrisch an fünfter bzw. zwölfter Stelle eingeführt. Das Stockgesims dieser höheren Bauten läuft an den niedrigeren Häusern weiter. Das gemeinsame Satteldach der niedrigeren Häuser endet an den Kopfbauten als Krüppelwalddach, die Dachgeschosse werden durch Gauben mit Walmdach und Schieferschürzen belichtet. Die beiden größeren Häuser mit flachem Mansardenwalmdach. Alle Dächer durchgängig mit Biberschwanzdeckung.

 

Die vorgelagerten Treppen wie auch Gartenmäuerchen, Türen, Sprossenfenster und Klappläden meist verändert bzw. entfernt und die Einzelhäuser durch unterschiedliche Fassungen beeinträchtigt. In ihrer Gesamtheit aber wohlerhaltende, gefällig konzipierte Anlage von hohem städtebaulichen und siedlungsgeschichtlichem Wert.

 

Adolf-Diesterweg-Straße 31 (vormals Kaiserstraße)

Eckhaus an einer Kreuzung gelegen. 1923 von Stadtbaumeister Luitpold Bastian geplant und 1924 errichtet, war das Haus Bestandteil des dritten Bauabschnitts der Gartenstadtkolonie Oggersheim. Es handelt sich bei dem Nr. 31 um das Haus des Baumeisters selbst.

 

Das Haus ist zweigeschossig mit Walmdach und in der Hausmitte zur Adolf-Diesterweg-Straße mit einem Standerker, der dem Obergeschoß als Balkon dienst und der Brüstung in das Sohlbankgesims übergeht.

 

Adolf-Diesterweg-Straße 23/25 (vormals Kaiserstraße)

Dieses kleine, traufständige Doppelhaus gehört (wie die ähnlichen Häuser Nr. 26/28, 30/32, 35/37. 38, 39/41, 43/45, 47/49 und 51) zum dritten Bauabschnitt der Gartenstadtkolonie Oggersheim und wurden fast alle zwischen April und Oktober 1924 durch den Stadtbaumeister Bastian geplant und für Privatleute gebaut. Bauträger war die Stadtgemeinde Oggersheim.

Das anderthalbgeschossige Haus mit Krüppelwalmdach und um die Ecken verkröpfter Traufe wie im Heimatstil ist den anderen Häusern sehr ähnlich und besitzt ein mittleres Zwerchhaus, das beiden Haushälften gemeinsam angehört. Die einzelnen Häuser dieses Typs wurden durch zusätzliche Gauben und Fensteranordnungen etwas variiert.“[7]