Oggersheim Von den Grafen von Leiningen zur Kurpfalz

 

„Die Pfalzgräfliche Festsetzung am linken Rheinufer zwischen Worms und Speyer erhielt mit dem Zentralort Oggersheim eine entscheidende Verstärkung; Zwar scheint Pfalzgraf Konrad[1] im Jahr 1156 auch in Oggersheim salisch-staufischen Besitzung übernommen zu haben, doch musste der Ort wohl im 13. Jahrhundert an die stärkeren Grafen von Leiningen verlehnt werden. Unter diesen hat sich Oggersheim offenbar stark entwickelt.“ (A)

 

Oggersheim gehörte wohl zum „Altbesitz“ der Leininger Grafen. Für 1249 gibt es einen ersten Beleg für Herrschaftsrechte in Oggersheim, 1316 für die kurpfälzisches Lehenshoheit.(B) Unter den Leiningern [2],  erfolgte offenbar die Stadtgründung, erwähnt bereits 1289. (C) Eine weitere Erwähnung folgt 1317.

 

„Für dem pfälzischen Territorialausbau am Rhein von großer Bedeutung war das Jahr 1323, in dem der Pfalzgraf[3] die Stadt vom Leininger Grafen[4] im Lehensrückkauf zurück erwarb. Im weiteren Ausbau und in der Begünstigung des Ortes ist wie bei Neustadt und Wachenheim zu erkennen, welche wichtige Rolle die Pfalzgrafen Städten beim Ausbau ihrer Landesherrschaft zuwiesen. Eine Stärkung seiner eigenen Position dürfte der Landesherr auch darin gesehen haben, dass Oggersheim 1408 vom König verbriefte Rechte erhielt. Wie Lambsheim und Wachenheim gelangte Oggersheim 1410 bzw. 1417 an die Zweibrücker Linie der Wittelsbacher[5],  wurde jedoch schon 1424 vom Pfälzer Kurfürsten[6] zurückgekauft. (A)

 

Um 1327 hatte Oggersheim das Privileg der Wappenführung  erhalten. (D) Die Oberschultheißerei Oggersheim entstand vermutlich durch Aufteilung des Amtes Wachenheim zwischen 1424 und Mitte 1500. (A)

 

Quellen:

(A) Theodor Karst Neustadt als linksrheinisches Zentrum pfalzgräflich-kurpfälzische Herrschaft und Verwaltung in Neustadt an der Weinstraße Beiträge zur Geschichte einer pfälzische Stadt, Neustadt 1975 S. 143f.

(B) Ingo Toussaint, Die Grafschaften Leiningen im Mittelalter (1237-1467), in Pfalzatlas Karte 67 (vorl. Nr. 88) Speyer 1975, dazu Textband S. 1056-1107, Heft 27 u.28 1977.

(C) Franz Maier: Reichsstadt Oggersheim ? Neue Erkenntnisse der Stadtgründung, in 90 Jahre Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Ubstadt-Weiher 2015.

(D) Mörschell, Geschichte Oggersheims und des daselbst neu gegründeten Minoritenklosters, 1844.

 

Anmerkungen

[1] Konrad der Staufer (*1134-1136,+1195), ab 1156 Pfalzgraf bei Rhein.

[2] Friedrich IV von  Leiningen († 1316) vor 1268 ⚭ 1. Mechthild Grf. von Sponheim ⚭ 1282 2. Jeanne Julienne. von Apremont +1317/1319.

[3] Pfalzgraf Adolph (*1300 +1327), ab 1319 bis zu seinem Tod formal Pfalzgraf bei Rhein.

[4] Friedrich V. von  Leiningen – Dagsburg († 1327).

[5] Stefan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken (*1385,+1459).

[6] Ludwig III. (* 1378; † 1436).

a Gerichtssiegel von Oggersheim mit Schwert/Kreuz und den drei Leininger Adlern (1316?)  

Wappen der Leininger Grafen  1248 nachgewiesen bei Friedrich III. von Leiningen

Stadtsiegel der Stadt Oggersheim (S. Civitatis Agersheim), Löwe mit Kreuz aus dem 14. Jahrhundert


Vortrag: Historischer Verein der Pfalz e.V Bezirksgruppe Ludwigshafen – Mannheim

Donnerstag, 21. Mai um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Ludwigshafen, Rottstraße 17

Geschichte des Hauses Leiningen bis zum Reichsdeputationshauptschluss

Referent Dr. Klaus-Jürgen Becker (Teamleiter Stadtarchiv Ludwigshafen)