SchillerGedenken in Oggersheim

Das Gebäude, einst das Gasthaus „Zum Viehhof“, wurde um 1750 erbaut und 1764 vom Wirt Josef Heinrich Schick aus Dürkheim erworben. Schick heiratete Johanna Elisabeth Behret aus Speyer im gleichen Jahr, das Paar hatte zwölf Kinder. Die ältestete Tochter, Johanna Elisabeth, heiratete 1788 einen Sohn des Oggersheimer Ratsherren Johann Georg Sachs. Um 1800 wurde der „Viehhof“ nicht mehr als Gasthaus betrieben.

 

Die Gedenktafel, die heute am Schillerhaus zu sehen ist, stammt von 1856. Der ehemalige bayerische König Ludwig I. ließ sie dort anbringen.

 

1859, zu Schillers 100. Geburtstag, fand hier eine größere Gedenkfeier statt, und die Speyerer Straße wurde in Oggersheim in Schillerstraße umbenannt.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Kaufmann Philipp Götz, von 1902 bis 1910 Bürgermeister,  im Parterre einen Laden und im Obergeschoss eine Wohnung. Seine Witwe Barbara wohnte weiter im Haus. In den 1920er bis 1940er Jahren war im Paterre der Friseursalon Adam Jakob (1928,1938)* und das Geschäft (für "Beleuchtungskörper und Rundfunkgeräte") des Elektromeisters Hermann August Althaus (1938,1940)* *Adressbuch

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude teilweise zerstört. 1956 kaufte es die Stadt Ludwigshafen und renovierte das Objekt unter Erhalt der übriggebliebenen alten Substanz.

1907 erhielt Oggersheim einen Schillenbrunnen mit einer Schillerbüste am Schillerplatz/Ecke Schnabel-brunnengasse, dem "Lindenbrunnenplatz". Die Büste gilt als verschollen und wurde möglicheweise im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Der Brunnen wird vor 1950 entfernt und 1964 als Andreas-Streicher-Brunnen mit einer Büste Streichers am heutigen Anton-Ferner-Platz wieder aufgebaut.

 

Der Schulhausneubau von 1910 gegenüber dem Schulhaus von 1900, dem Luitpoldbau, gab den Namen für die heutige Grundschule Schillerschule.

Seit 1955 steht am Rathaus ein neues Schillerdenkmal mit Sockel, Inschrift und Büste.

Der Ehemalige Gasthof  "Zum Viehhof" ist seit 1959 offizielle Schillergedenkstätte. Sie wird von der Stadt Ludwigshafen und dem Heimatkundlichen Arbeitskreis betrieben, im Obergeschoss als Museum und als Veranstaltungsraum für Lesungen, Vorträge und Wechselausstellungen. Im Unterschoss befindet sich die Stadtteilbibliothek. An der Rückseite ist der Karl-Schenkel-Garten.

Literatur:

(1) Martin Furtwängler: Erinnerung aus Erz und Stein Denkmäler in Ludwigshafen am Rhein bis 1945. Ludwigshafen, 2006.

(2) Der Schillerplatz. Das Zentrum Oggersheims im Wandel der Zeit, Mannheim 1996