aus dem „Landschaftsplan Ludwigshafen 1998
Alte Schleuse
Zur Ausweisung als Kulturdenkmal vorgesehen ist die Schleuse am Affengraben in der Gemarkung Oggersheim. Der Affengraben ist Bestandteil eines mittelalterlichen Be- und Entwässerungssystems und führte das Wasser der tieferliegenden Gemarkungen von Fußgönheim und Ruchheim über Oggersheim zum Altrhein. Er verlief vom Neugraben und Kreuzgraben westlich von Ruchheim mit zweimaliger Versetzung nach Osten, wobei dieser Teil die jetzige, ab 1909 bis in die 1930er Jahre verrohrte Raiffeisenstraße ist. 1403 wurde der Affengraben erstmals erwähnt, 1773 erhielt er an der ehemaligen Ruchheimer Gemarkungsgrenze eine Schleuse zur Minderung der Überschwemmungs-gefahr. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Affengraben auch als Floßgraben zum Warentransport benutzt.“
Quelle: Schutzgebiete nach dem Landespflegegesetz Rheinland-Pfalz „geschützter Landschaftsbestandteil“, "Affengraben" Flora, Fauna, Landschaftsbild 23.05.1986
Die Große Schleuse am Affengraben von Karl Kreuter
„Die Große Schleuse am Affengraben. Diese von Ruchheimer Gemarkungsgrenze (zu Oggersheim) 4m entfernte aus gewaltigen Quadern bestehende Schleuse („Schließ“) wurde 1773 von den Orten Oggersheim, Friesenheim, Oppau, Edigheim, Frankenthal und Studernheim erbaut, um sich gegen die häufigen Überschwemmungen zu schützen Sie kostete soviel wie damals ein Haus mittlerer Größe; rund 1600 Gulden. Später beklagten sich mitunter aufwärts gelegene Gemeinden (Fußgönheim, Mutterstadt), weil sie durch das zurückgestaute Wasser zu Schaden kämen.
Der Affengraben. Gehen wir von der Dürkheimer Straße aus auf der Alten Straße gegen Süden, so kommen wir, wenn wir den Blaulschen Bauernhof passiert haben, an den Affengraben. Er ist kein natürlicher Graben wie viele andere Wasserläufe; denn das Oggersheimer Gelände, durch das erzieht, liegt höher, als Ruchheim und Fußgönheim, woher er kommt. Daher auch seine große Tiefe gerade im Oggersheimer Bann. Die genannten Orte lenkten ihr Wasser, weil es wegen des geringen Gefälles zur Isenach schlecht abzog, durch den Affengraben in die Oggersheimmer Rheinniederung. Er ist bestimmt sehr alt, was schon aus dem Namen hervorgeht, der von dem Althochdeutschen affa, d. h.. der Bach, kommt. In Güterbeschreibungen von 1403 und 1482 ist der Affengraben wiederholt genannt. Um 1600 wurde er von den umliegenden Gemeinden beträchtlich vertieft und verbreitert im 18. Jahrhundert und zu Anfang des 19. Jahrhunderts diente er -als Floßgraben. Heute findet er zunehmende Beachtung als eine gute Gelegenheit zu Spaziergängen in staubfreier Luft.“
Quelle: Heimatkunde von Oggersheim von Karl Kreuter Mit vielen Abbildungen 2. Auflage [(1.Auflage 1939)] Herausgegeben im Schillerjahr 1955